[Rezension] Schrödinger, Dr. Linda und eine Leiche im Kühlhaus



Jan de Leeuw
Schrödinger, Dr. Linda und eine Leiche im Kühlhaus
Carlsen
5,95
ISBN 978-3-551-31127-6
1. Auflage August 2012
160 Seiten
Broschur
Verlagsseite





Inhalt


Was tut man, wenn man eines Morgens die Mutter tot im Schlafzimmer findet, der Vater nicht greifbar ist und die geliebte kleine Schwester sich schon unbändig auf ihren Geburtstag freut? Jonas versucht zu retten, was noch zu retten ist, befördert seine Mutter kurzerhand ins Kühlhaus und behauptet, sie sei verreist. Nur leider traut die überaus neugierige Nachbarin der Sache nicht so ganz. Und als Jonas auch noch den Job seiner Mutter als Kummerkastentante Dr. Linda übernimmt, droht das Lügengebäude endgültig einzustürzen. Denn seine seltsamen Ratschläge zum Thema Liebe rufen Heleen auf den Plan, die sich gerne persönlich bei Dr. Linda beschweren möchte - mit ungeahnten Folgen! (Quelle)

Es war still im Haus. Er suchte die Nummer der Polizei und des Arztes heraus. Eine Weile blieb er so sitzen mit dem Telefon auf dem Schoß. Ab und zu fuhr ein Auto durch die Straße. Ein paar Mädchen gingen lachend am Fenster vorbei. Die Uhr schlug ein Mal.  
S. 21


Meine Meinung


Manchmal kauft man Bücher, bei denen man weiß, was einen erwartet. Die ein altbekanntes Rezept aufgreifen und verarbeiten. Bei diesem Buch kann davon nicht die Rede sein. Schon das Cover finde ich schwer einzuordnen - ich denke, ich habe mir das Buch hauptsächlich aus Experimentierfreude und wegen des billigen Preises zugelegt. Mit Jugendbüchern beschäftige ich mich ja gerade im Rahmen von The Contemporary YA Challenge genauer.

Schon der Beginn hat mich gefesselt, denn es startet in der Tat sehr ungewöhnlich. Nach einem Kafka-Zitat spricht der Protagonist des Buches den Leser direkt an, schildert mit sehr viel Humor eine Szene und erklärt dann die Theorie von Schrödingers Katze, die - seiner Aussage nach - für das Buch sehr relevant ist. Erst dann beginnt der eigentliche Roman aus der Sicht eines auktorialen Erzählers.

Der Schreibstil hat mir wirklich gut gefallen. Jugendlich, frisch, aber auch sehr pointiert. Genauso habe ich auch den Inhalt empfunden. Es wird nichts Unnötiges erzählt, jedes Teilchen der Erzählung hat seine Bedeutung, auch wenn es am Anfang noch so unwichtig erscheint.
Kritisieren kann man hier vielleicht, dass es teilweise zu kurz gehalten ist. Auf das Innenleben der handelnden Personen wird nicht eingegangen; wie genau Jonas sich fühlt, kann man nur erahnen, es wird dem Leser nicht detailliert vorgegeben. Dennoch konnte ich anhand von Jonas Handlungen seine Gefühlslage sehr gut nachvollziehen - meiner Meinung nach braucht nicht jedes Buch exakte Beschreibung des Innenlebens der Personen. Das ist aber sicher auch Geschmackssache.
Eine Möglichkeit, Jonas Gedanken nachzuvollziehen, sind zum Beispiel auch die Briefe, die er im Namen von Dr. Linda verfasst. Das habe ich als sehr gelungenes Mittel empfunden.

Jonas war ein sehr sympathischer Hauptcharakter. Auch wenn er mit der Situation oft überfordert wirkt, fällt ihm immer eine neue Lösung ein. Warum ruft er nicht die Polizei an, als er seine Mutter tot auffindet? Der Hauptgrund ist wohl der Schutz seiner achtjährigen Schwester, die ihm sehr am Herzen liegt und für die er alles tun würde.
Auch die Nebencharaktere gefielen mir sehr gut. Sie wurden knapp beschrieben, aber wirkten dennoch  lebendig und mehrdimensional.

Obwohl das Buch sehr ernste Themen behandelt (der Protagonist findet auf den ersten Seiten seine tote Mutter, der Vater sitzt in der Psychiatrie und er muss sich allein um seine Schwester kümmern), verliert es nie seinen Humor, was wahrscheinlich an der amüsanten Erzählweise, der Situationskomik und den sympathischen Charakteren liegt. Die Szenen sind oft skurril und werden mit einem Augenzwinkern wiedergegeben. Ein gelungener Mix aus Tragik und Komik, bei dem ich persönlich immer die verlorene Atmosphäre wahrnehmen konnte, die Jonas umgibt.

Dieses Buch hat mich lange nicht losgelassen, vor allem, da nicht viele Antworten geboten werden. Vieles wird nur angeschnitten, muss man sich selbst erschließen oder man kann es vielleicht auch gar nicht ganz erschließen. Für viele Leser ist diese offene Handlung sicherlich ein Makel, mich hat es fasziniert.
Ich finde es sehr schwer, das Buch überhaupt angemessen in Worte zu fassen - denn Standard ist es ganz sicher nicht.

Sarah lag im Bett.
»Gibt es einen Himmel für Hamster?«, fragte sie.
»Was glaubst du?«
»Ich glaube es nicht.«
»Wieso nicht?«, fragte er.
»Wenn es im Himmel genauso ist wie in seinem Käfig, dann hätte er doch nicht sterben müssen, oder? Dann hätte er genauso gut weiterleben können.«
S. 72


Fazit


Ein wirklich ungewöhnliches Jugendbuch über einen Jungen, der aus einer verlorenen Situation das Beste zu machen versucht. Tragik und Komik werden hier miteinander vereint.

Idee: 5/5
Handlung: 4/5
Charaktere: 4,5/5
Schreibstil: 4,5/5
Lesespaß: 5/5

Gesamt:
  

[Bla] Wo ist denn der Winter geblieben?



Hallo! :)

Hier kommt also der angekündigte Plauderpost. Derzeit herrscht ja wieder ein herbstliches Wetter, der ganze Schnee ist geschmolzen und wenn ich nach draußen gehe, friere ich gar nicht mehr. Das ist schon verwirrend. Ich hatte gehofft, das schöne Weiß würde sich etwas länger halten.

Leider war das Wetter bisher nicht mit mir, am Wochenende gab es nur wenig Schnee, während ich unter der Woche im Büro saß und sehnsüchtig auf das tolle, sonnige Wetter und die Schneemassen gestarrt habe. Aber wer weiß, vielleicht mag die Wetterfee mich ja doch noch und ich kann nächste Woche ein paar Schneefotos machen.

Freitag fahre ich zu meinen Eltern und freue mich schon sehr, sie wiederzusehen. Meine letzten Besuche waren eindeutig zu kurz. Dieser wird zwar ähnlich kurz ausfallen (besonders, wenn die Tage dann noch mit dem ganzen Weihnachtskram angefüllt sind), aber besser so, als gar nicht.
Das bedeutet, dass ich am Abend noch einen Trip mit der Bahn durch ganz Deutschland machen muss - wehe, der Zug hat Verspätung, dann sitze ich irgendwann fest.

Was gibt es sonst noch zu berichten? Ich war gestern um Kino und habe den Hobbit gesehen, ganz überzeugt hat mich der Film aber leider nicht. Ich überlege mal, ob ich noch Lust habe, eine Kritik zu schreiben und alle Punkte aufzuzählen, die mir nicht gefallen haben ...
In letzter Zeit komme ich mir vor, wie der böse Filmkritiker schlechthin. An allem muss ich rummäkeln. Aber was soll man machen? Ich versuche noch immer, den Hobbit zu mögen, aber so ganz will es mir nicht gelingen.

Außerdem lese ich gerade mal wieder einen Band von "Das Lied von Eis und Feuer". Dummerweise ist das trotz Teilung im Deutschen ein echter Brocken und ich musste die letzten Tage schon Marathonlesen veranstalten, um das Buch noch vor meiner Fahrt in den Norden durchzulesen. Denn ich habe keine Lust, mein Gepäck mit diesem Brocken zu belasten. Aber nun fehlen nur noch 100 Seiten, das sollte bis Freitag machbar sein.
Leider hat das zur Folge, dass es mit Rezensionen zur Zeit etwas mau auf dem Blog aussieht.

Viele Grüße
Miyann

[TAG] 100 Bücher

Hallo. :)

Ich bin von Mel vom Haus des Wahnsinns getaggt worden. Vielen Dank!

Es geht bei diesem TAG darum, auf der folgenden Liste (wohl die Lieblingsbücher der Deutschen oder so) zu markieren, was man bereits gelesen hat. Ich finde die Liste echt ein wenig seltsam, was die Buchauswahl angeht, aber ich markiere trotzdem mal bunt drauflos.

Die kursiven und lilafarbenen Bücher habe ich bereits gelesen.
Kommentare sind ebenfalls lila.
Bücher, die ungelesen in meinem Regal stehen, haben eine wunderbar grünliche Färbung bekommen. Die möchte ich logischerweise auch gerne mal lesen, mit Ausnahme der Bibel.

1. Der Herr der Ringe, JRR Tolkien 
2. Die Bibel (Ich wollte sie tatsächlich früher mal lesen, habe aber recht schnell aufgegeben. Und mittlerweile habe ich wirklich nicht mehr das geringste Interesse daran.)
3. Die Säulen der Erde, Ken Follett
4. Das Parfüm, Patrick Süskind
5. Der kleine Prinz, Antoine de Saint-Exupéry
6. Buddenbrooks, Thomas Mann
7. Der Medicus, Noah Gordon
8. Der Alchimist, Paulo Coelho
9. Harry Potter und der Stein der Weisen, JK Rowling
10. Die Päpstin, Donna W. Cross
11. Tintenherz, Cornelia Funke
12. Feuer und Stein, Diana Gabaldon
13. Das Geisterhaus, Isabel Allende
14. Der Vorleser, Bernhard Schlink
15. Faust. Der Tragödie erster Teil, Johann Wolfgang von Goethe (Habe ich schrecklicherweise noch nicht gelesen. Steht aber grooooß auf meiner Leseliste.)
16. Der Schatten des Windes, Carlos Ruiz Zafón
17. Stolz und Vorurteil, Jane Austen
18. Der Name der Rose, Umberto Eco
19. Illuminati, Dan Brown
20. Effi Briest, Theodor Fontane
21. Harry Potter und der Orden des Phönix, JK Rowling
22. Der Zauberberg, Thomas Mann
23. Vom Winde verweht, Margaret Mitchell
24. Siddharta, Hermann Hesse
25. Die Entdeckung des Himmels, Harry Mulisch
26. Die unendliche Geschichte, Michael Ende
27. Das verborgene Wort, Ulla Hahn
28. Die Asche meiner Mutter, Frank McCourt (Auch definitiv ganz fett auf der Leseliste.)
29. Narziss und Goldmund, Hermann Hesse
30. Die Nebel von Avalon, Marion Zimmer Bradley
31. Deutschstunde, Siegfried Lenz
32. Die Glut, Sándor Márai
33. Homo faber, Max Frisch
34. Die Entdeckung der Langsamkeit, Sten Nadolny
35. Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins, Milan Kundera
36. Hundert Jahre Einsamkeit, Gabriel Garcia Márquez
37. Owen Meany, John Irving
38. Sofies Welt, Jostein Gaarder
39. Per Anhalter durch die Galaxis, Douglas Adams
40. Die Wand, Marlen Haushofer
41. Gottes Werk und Teufels Beitrag, John Irving (Lesen wollen!)
42. Die Liebe in den Zeiten der Cholera, Gabriel Garcia Márquez (Ebenfalls!)
43. Der Stechlin, Theodor Fontane
44. Der Steppenwolf, Hermann Hesse (Das habe ich halb gelesen. Aber nur so drübergehuscht, als richtig lesen würde ich das nicht bezeichnen.)
45. Wer die Nachtigall stört, Harper Lee
46. Joseph und seine Brüder, Thomas Mann
47. Der Laden, Erwin Strittmatter
48. Die Blechtrommel, Günter Grass
49. Im Westen nichts Neues, Erich Maria Remarque (Ganz dick auf der Leseliste, die Bildungslücke will ich unbedingt schließen!)
50. Der Schwarm, Frank Schätzing
51. Wie ein einziger Tag, Nicholas Sparks
52. Harry Potter und der Gefangene von Askaban, JK Rowling
53. Momo, Michael Ende
54. Jahrestage, Uwe Johnson
55. Traumfänger, Marlo Morgan
56. Der Fänger im Roggen, Jerome David Salinger
57. Sakrileg, Dan Brown
58. Krabat, Otfried Preußler
59. Pippi Langstrumpf, Astrid Lindgren
60. Wüstenblume, Waris Dirie Will
61. Geh, wohin dein Herz dich trägt, Susanna Tamaro
62. Hannas Töchter, Marianne Fredriksson
63. Mittsommermord, Henning Mankell
64. Die Rückkehr des Tanzlehrers, Henning Mankell
65. Das Hotel New Hampshire, John Irving
66. Krieg und Frieden, Leo N. Tolstoi
67. Das Glasperlenspiel, Hermann Hesse
68. Die Muschelsucher, Rosamunde Pilcher
69. Harry Potter und der Feuerkelch, JK Rowling
70. Tagebuch, Anne Frank
71. Salz auf unserer Haut, Benoîte Groult
72. Jauche und Levkojen , Christine Brückner
73. Die Korrekturen, Jonathan Franzen
74. Die weiße Massai, Corinne Hofmann
75. Was ich liebte, Siri Hustvedt
76. Die dreizehn Leben des Käpt’n Blaubär, Walter Moers
77. Das Lächeln der Fortuna, Rebecca Gablé
78. Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran, Eric-Emmanuel Schmitt
79. Winnetou, Karl May (Ich weiß, dass ich mal reingelesen habe, aber ich bin mir unsicher, ob ichs zuende gelesen habe. Ist Jahre her und wenn, hat es keinen bleibenden Eindruck hinterlassen. *grübel*)
80. Désirée, Annemarie Selinko
81. Nirgendwo in Afrika, Stefanie Zweig
82. Garp und wie er die Welt sah, John Irving
83. Die Sturmhöhe, Emily Brontë
84. P.S. Ich liebe Dich, Cecilia Ahern
85. 1984, George Orwell
86. Mondscheintarif, Ildiko von Kürthy
87. Paula, Isabel Allende
88. Solange du da bist, Marc Levy
89. Es muss nicht immer Kaviar sein, Johanns Mario Simmel
90. Veronika beschließt zu sterben, Paulo Coelho
91. Der Chronist der Winde, Henning Mankell
92. Der Meister und Margarita, Michail Bulgakow
93. Schachnovelle, Stefan Zweig
94. Tadellöser & Wolff, Walter Kempowski
95. Anna Karenina, Leo N. Tolstoi (Habe ich angefangen, aber schlimmerweise nicht zuende gelesen. Das war im Rahmen einer Leserunde, die leider auf halber Strecke eingeschlafen ist.)
96. Schuld und Sühne, Fjodor Dostojewski
97. Der Graf von Monte Christo, Alexandre Dumas
98. Der Puppenspieler, Tanja Kinkel
99. Jane Eyre, Charlotte Brontë
100. Rote Sonne, schwarzes Land, Barbara Wood

Wenn ich richtig gezählt habe, habe ich also 29 Bücher von der Liste bereits gelesen. Hm. Viele davon in meiner Jugendzeit, sodass ich mich nur noch spärlich daran erinnere (z.B. Die Päpstin oder Der Medicus, das war in meiner historischen Phase).

Ich merke, dass ich im Bereich des Trivialen hier eindeutig stärker vertreten bin und einige wirklich krasse Klassikerlücken mal schließen sollte. Aber kommt Zeit, kommt das Lesen. :)

Sehr amüsant finde ich, dass ich von den vorderen Plätzen echt viel gelesen habe und dann wird es immer weniger ... Mysteriös!

Außerdem gebe ich den TAG an die liebe Tin weiter. Sieh dich aber nicht gezwungen, wenn du keine Lust hast! ;)



Noch ein wenig Bla:

Noch ein wenig Allgemeines: Ich lese gerade mal wieder einen Band vom Lied von Eis und Feuer. Das dauert erfahrungsgemäß immer recht lange bei mir, da ich nicht so oft zum Lesen komme, daher habe ich im Moment auch nicht viel zu rezensieren.
Ich könnte mal alte Rezensionen veröffentlichen, die vor dem Blog hier entstanden sind. *grübel*

Ich lasse mir auf jeden Fall was einfallen, damit es hier nicht zu leer wird. Ich denke, in den nächsten Tagen wird noch ein Plauderpost kommen, außerdem habe ich ein paar Bilder vorbereitet und ich habe auch noch einen TAG, den ich ausfüllen muss.
Also es wird hoffentlich nicht wieder so still sein wie in der letzten Woche, die etwas voll bei mir war.

Viele Grüße
Miyann

[Fotos] Nicht-Winterfotos

Ich wünsche einen schönen Abend!

Ja, die Nicht-Winterfotos. Ich entschuldige mich schon mal dafür, dass ich hier eher Herbst- denn Winterstimmung verbreite, aber ich habe nichts winterliches da. Ein Fototermin mit dem Schnee steht zwar auf dem Plan, allerdings ist da bisher leider noch nichts draus geworden. Also habe ich ein wenig in meinen Herbstfotos gewühlt. ;D

Ich hoffe, euch gefallen die Bilder - eine vergrößerte Ansicht gibt es beim Draufklicken. 



Ich war vor zwei (?) Wochen an der Isar unterwegs. Da hatte ich wirklich einen schönen Tag erwischt. Die Überbelichtung ist hier übrigens Absicht, ich fand das so ganz interessant. :)


Die Stimmung war schon herbstlich, wie man sieht. Ich habe mich ein wenig an Pflanzendetails ausgetobt. Irgendwie neige ich in letzter Zeit sehr dazu, Pflanzendetailaufnahmen zu machen - ich sollte mal wieder kreativer in der Motivfindung werden.






Zum Abschluss noch ein weiteres eher experimentelles Foto. Irgendwie mag ich es, auch wenn es extrem unruhig ist und man kaum etwas erkennt. Ich habe noch andere Varianten dieses Motivs, aber diese hier finde ich immer noch am Interessantesten - keine Ahnung, wieso.

Das war es auch schon wieder. Ich denke, dass spätestens am Wochenende ein weiterer Fotopost kommen wird, denn ich habe noch einige Bilder, die gerne gepostet werden möchten. Es wäre nur für einen Post etwas viel geworden, deswegen habe ich mich erst einmal auf diese Auswahl beschränkt. 

Viele Grüße
Miyann

[Rezension] Alles, was ich will



Vikki Wakefield
Alles, was ich will
Bloomsbury Verlag
8,99
ISBN 978-38333-5098-6
1. Auflage 8. Oktober 2012
237 Seiten
Broschur
Verlagsseite









Mim will raus aus dem Sumpf, der sie umgibt, aber sie wird auf eine harte Probe gestellt. Nicht nur, dass ihre Mutter sie in die Drogengeschäfte zieht und sie als Kurier herhalten muss, die gefährliche Ware wird ihr auch noch von dem gutaussehenden Jordan entrissen. Das darf ihre Mutter niemals erfahren! Für Mim beginnt eine wilde Jagd nach dem Paket und eine Flucht vor alldem, was sie niemals werden wollte. Schafft sie es, sich an ihre eigenen Regeln zu halten?(Quelle)

Die Stufen sind komplett vollgeschrieben, alles von mir. Ich werde die Schule beenden. Ich werde keine Drogen nehmen. Ich werde mir keine Tattoos machen lassen. Ich werde keinen Alkohol trinken. Ich werde nicht ständig »Fuck« sagen. Ich werde keinen Sex haben, bis ich achtzehn bin. Ich will nicht so werden wie alle anderen. Ich vertraue nur mir selbst. Eines Tages werde ich diesen Ort verlassen und nie mehr zurückkehren. Und vor allem: Ich will nicht so werden wie meine Mutter. 
S. 36


Dieses Buch habe ich mir für The Contemporary YA Challenge zugelegt. Ich fand das Cover ganz interessant und der Inhalt klang auch ganz gut, also habe ich es spontan mitgenommen.

Die Hauptperson Mim ist wohl ein typischer Teenager, sie ist mitten im Erwachsenwerden und kämpft mit den Tücken dieses Lebensabschnitts. Sie ist auf der Suche nach einem neuen Leben, denn ihrem alten Leben möchte sie um jeden Preis entkommen. Sie ist in einem Problemviertel aufgewachsen, ihre Brüder sind als Kriminelle tätig und sitzen gerade im Gefängnis.
Mim hat das Ziel, dieses Viertel hinter sich zu lassen, anders als die anderen Teenager in ihrer Umgebung. Daher hat sie sich Regeln festgelegt, um sich abzugrenzen und so einen neuen Weg zu finden.

Dieses Buch beschäftigt sich mit einer wichtigen Episode in Mims Leben, denn durch den Diebstahl des Pakets wird sie sich sehr verändern, neue Freunde finden und sich außerdem die Frage stellen müssen, ob ihre Regeln und Ziele so überhaupt umsetzbar sind.

Ich muss zugeben, dass ich von dem ganzen Buch nur bedingt begeistert bin. Irgendwie erschien mir alles zu flach, etwas zu eindimensional und besonders das Ende hat mich diesbezüglich eher unbefriedigt zurückgelassen.
Letztendlich muss man im Verlauf des Buches feststellen, dass Mim scheinbar a) einen extrem verschobenen Blickwinkel hat (typisch Teenager) und dass b) alle anderen Dinge, die eigentlich wirklich negativ sind, am Ende ins Positive gedreht werden. Ohne Mims Zutun ändert sich ihr Blickwinkel, weil die Menschen auf sie zugehen und plötzlich wird alles superduper. Hm.

Es ist nicht so, dass das Buch total schlecht ist, man kann es durchaus lesen, aber mich hat es nicht begeistert und einige Stellen, besonders das Ende, haben mich sehr gestört. Es gibt aber auch durchaus positive Dinge, ein paar Szenen und Charaktere sind wirklich schön herausgearbeitet.
Der Schreibstil ist solide, wenn auch nichts Besonderes. Ich denke, es gibt bessere Jugendbücher auf dem Markt, die ein wenig tiefgründiger sind.

Mir ist das nach rennen zumute, aber ich tu's nicht. Ich gehe, denn in unserer Straße weiß jeder, was der andere tut. Irgendwem wird auffallen, dass ich hin geradelt und zurück gegangen bin. Über Zäune hinweg und durch Schlüssellöcher hindurch kann dir das, was du tust, per stiller Post vorauseilen und schneller zu Hause sein als du selbst - sogar wenn du rennst.
S. 12

Ein Jugendbuch ohne besondere herausstechende Merkmale. Kein miserables Leseerlebnis, aber auch keines, das man weiterempfehlen muss. Der Handlungsverlauf, speziell das Ende, hat mich nicht überzeugt.

Idee: 3/5
Handlung: 2/5
Charaktere: 4/5
Schreibstil: 3/5
Lesespaß: 3/5

Gesamt:
  

[Fundstücke] Teil 2


Hallo! :)

Heute gibt es einmal wieder eine Vorstellungen von zwei schönen Fundstücken aus dem Web. Ich hoffe, euch gefallen die Sachen so gut wie mir, ich finde sie klasse. :)




Video: PencilHead


Diesmal habe ich ein tolles, animiertes Video, das viele verschiedene Zeichenstile in sich vereint. Ich könnte es mir immer und immer wieder angucken, so genial finde ich es ... Und die Musik von Fatboy Slim passt perfekt.





Design: Typeflash




So schöne Schriftanimationen kann man sich auf http://typeflash.com/ erstellen. Vorsichtig, das kann echt süchtig machen! (Und ich weiß, die Farben passen nicht 100%, aber meine Zeit war etwas knapp.)



Ich bin derzeit immer noch inaktiv und das hier ist ein geplanter Post. Aber spätestens am Wochenende sollte ich wieder richtig da sein. :)

Viele Grüße
Miyann

[Rezension] Liebe am Papierrand





Yôko Ogawa
Liebe am Papierrand
Liebeskind Verlag
19,80
ISBN 978-3-935890-25-0
1. Auflage August 2004
256 Seiten
Gebunden
Verlagsseite









Eine junge Frau nimmt in einem Hotel an einer Gesprächsrunde mit Gehörkranken teil. Zu dem Stenographen, der das Gespräch protokolliert, fühlt sie sich auf geheimnisvolle Weise hingezogen. Von ihm erfährt sie, daß das Hotel einst einer Fürstenfamilie gehörte, deren kleiner Sohn seinerzeit von einem Balkon stürzte. Jahrelang lag das Kind schwerverletzt in einem der Zimmer, in das der Fürst unzählige Blumen pflanzen ließ, da der abendliche Duft der Blüten dem Jungen Erleichterung verschaffte. Als die Frau nun zusammen mit dem Stenographen das Zimmer besichtigt, glaubt sie, den Duft der längst vergangenen Blumen wahrzunehmen. Sie bittet ihn, fortan ihre Lebensgeschichte aufzuschreiben. Doch als der Stenograph mit den Aufzeichnungen beginnt, und die junge Frau erkennt, daß er hierfür nur eine begrenzte Anzahl von Papier vorgesehen hat, spürt sie, daß sie ihn bald schon wieder verlieren wird…(Quelle)

Unaufhörlich kreisten meine Gedanken. Ich stellte mir die Erinnerungen wie feine Körnchen oder winzige Perlen vor, die von Geistern sorgfältig Stück für Stück sortiert wurden. In meiner Phantasie sah ich, wie sie die perlenfarbenen Körnchen gegen das Licht hielten, um in ihr Inneres blicken zu können, wie sie sie betasteten und ihren Geruch einatmeten, um sie anschließend in die jeweils passende Schublade einzuordnen.
S. 46


Und wieder ein Buch von Yôko Ogawa. Ich bin von dieser Autorin wirklich sehr begeistert und denke, dass ich versuchen werde, langsam alle ihre Bücher zu lesen. Denn sie verzaubert mich mit ihren Geschichten und ihren Worten.

Diesem Roman mit dem ungewöhnlichen Titel haftet wirklich eine besondere Aura an. Er ist still, ruhig und gleichzeitig sehr tief mit einer surrealen Atmosphäre, die nie verschwindet. Unter der Oberfläche wartet mehr, als man auf den ersten Blick denken würde.
Der Schreibstil des Buches ist sehr angenehm, leicht, flüssig, nicht zu schlicht, nicht zu überladen und dabei trotzdem irgendwie ... besonders.

Das Buch ist aus der Ich-Perspektive einer jungen Frau geschrieben, deren Leben unerwartet aus den Fugen geraten ist. Langsam versucht sie zurück ins Leben zu finden und entdeckt dabei den Wert kleiner Dinge, ordnet ihre Welt neu und muss dabei auch immer wieder zurück in ihre Vergangenheit reisen. Sie wirkt wie jemand, der neben der Welt herlebt, wie ein stiller Beobachter, nicht richtig im Jetzt verhaftet.
Es gibt nicht viele handelnde Personen. Genau genommen nur drei, zusätzlich einige Randfiguren und die Personen aus den Erinnerungen. Aber diese drei Charaktere fand ich sehr genau und stimmig gezeichnet.
Yôko Ogawa kleidet die Gefühle und Gedanken der jungen Erzählerin so wunderbar in Worte, dass man sie in jedem Moment versteht. Man kann nachvollziehen, warum sie sich zu dem jungen Stenographen hingezogen fühlt.

Eine normale Liebesgeschichte also? Definitiv nicht. In diesem Roman gibt es keinen einzigen Kuss oder ähnliches. Es ist eine ganz besondere Beziehung, die hier entsteht, und es handelt sich vielmehr um einen Selbstfindungs- als um einen Liebesroman.
Besonders grandios war für mich das Ende, aber hier möchte ich natürlich nicht vorgreifen. Ich schätze aber, dass ich noch lange darüber nachdenken werde.

Und wieder fällt eine Rezension etwas kürzer als als geplant. Das Buch würde so viel mehr Worte verdienen, aber was soll man machen ... Ich bin mittlerweile wirklich ein großer Fan dieser Autorin. Allerdings muss ich trotz meiner 5-Sterne-Wertung darauf hinweisen, dass mir "Das Ende des Bengalischen Tigers" noch etwas besser gefiel.

Nach jeder meiner geflüsterten Fragen richtete er den Blick für ein paar Sekunden in die Ferne und schrieb dann die Antwort auf den Block. Sobald eine Seite vollgeschrieben war, blätterte er sie mit einer jener leichten und fließenden Bewegungen, die auch seine Art zu schreiben auszeichneten, mit der linken Hand um. Seine einzelnen Finger schienen ihm mühelos zu gehorchen.
S. 52

Ein stiller und ruhiger Roman, der sich um die Selbstfindung dreht, um die Relevanz von kleinen Dingen im Leben.

Idee: 5/5
Handlung: 5/5
Charaktere: 5/5
Schreibstil: 5/5
Lesespaß: 5/5

Gesamt:
  

[Statistik] Monatsübersicht November 2012

Guten Tag! :)

Ich dachte mir, dass ich tatsächlich auch mal so eine schöne Monatsübersicht erstelle, auch wenn die bei mir eher lächerlich ist, weil ich so wenig lese, bzw. selten zum Lesen komme (das Internet muss ja auch noch gepflegt werden - und da war noch was namens Arbeit - und so).

Jedenfalls wird meine ultimativ spannende Monatsstatistik so aussehen, dass ich nochmal einen Kurzeindruck von jedem Buch poste und joa. Wisst ihr Bescheid, gell?

Ich bin übrigens die nächste Woche nicht wirklich aktiv, da Freunde von mir zu Besuch kommen und wir einiges vorhaben, aber ich versuche, ein paar kleine Posts vorzubereiten, damit der Blog nicht versauert. Das wäre ja etwas schade drum. ;D

Dann verabschiede ich mich schon mal, denn nun kommt nur noch die Auflistung der Bücher.
Ein schönes Wochenende wünsche ich euch!



Überraschung des Monats: Das Ende des Bengalischen Tigers von Yôko Ogawa, weil es mich einfach so berührt hat.

Enttäuschung des Monats: Gregor und die graue Prophezeiung von Suzanne Collins, weil ich etwas mehr als Standard erwartet habe (ein richtiger Flop war dieses Mal nicht dabei).


David Safier. Muh!. 
"Muh!" war mein erster Ausflug in dieses Genre. Und ich muss sagen, dass er sich durchaus gelohnt hat.

Fazit:
Ein lustiges, unterhaltsames Buch, das einfach nur nett ist. Gut geschrieben. Für dieses Buch sollte man durchaus auf nette Heile-Welt-Geschichten stehen. (Klingt jetzt fast negativer als beabsichtigt. Sowas.)

Die volle Rezension findet ihr hier.








Daniel Kehlmann. Die Vermessung der Welt.
Ich habe endlich eine Bildungslücke gestopft und habe dieses Buch gelesen. Das war echt traurig, als ich es wieder zurückgeben musste, denn es war nur geliehen.

Fazit:
Ein toller Roman, unglaublich gut geschrieben, mit einem ganz besonderen Humor. Vielleicht historisch nicht immer korrekt, aber dafür eben ein wunderbares Buch, dass zwei Genies mal aus einem anderen Blickwinkel beleuchtet.

Eine Rezension habe ich bisher noch nicht geschrieben, das Buch wurde schon so oft rezensiert ...





Suzanne Collins. Gregor und die graue Prophezeiung. 
Gregor. Die Bücher wollte ich schon lange einmal lesen und nun haben sie endlich den Weg zu mir gefunden. Beziehungsweise (ich rede hier schon im Plural) der erste Band hat den Weg zu mir gefunden.

Fazit:
Das Buch hat mich mit gemischten Gefühlen zurückgelassen. Ich denke, die Reihe hat durchaus Potenzial, aber der erste Band ist noch etwas abgedroschen, auch wenn durchaus einige interessante Elemente vorkommen (die Wesen, die die Welt bevölkern, die Anwesenheit der kleinen Schwester). Leider blieben auch einige Charaktere für mich sehr blass.
Würde wohl etwas zwischen 3 und 3,5 Sternen bekommen, aber irgendwie konnte ich mich da noch nicht auf etwas einigen.

Zu dem Buch gibt es aufgrund meiner eigenen Unfähigkeit, das Buch zu bewerten, noch keine Rezension.


Yôko Ogawa. Das Ende des Bengalischen Tigers.
Ich bin so froh, dass ich diese Autorin entdeckt habe! Sie schafft es wirklich, eine ganz besondere Stimmung heraufzubeschwören und ich bin mehr als begeistert!

Fazit:
Ein toller Kurzgeschichtenroman, wunderbar geschrieben, ganz toll erzählt. Yôko Ogawa gelingt es, in einer poetisch ruhigen Weise, Alltagssituationen zu schildern, die doch wieder speziell sind und - ja, einfach toll.

Die Rezension findet ihr hier.






Jo Nesbø. Die Fährte.
Diese Reihe habe ich im Sommer ganz zufällig entdeckt, eigentlich lese ich nicht so viele Krimis. Aber es gab den sechsten Band ganz billig und dann war ich so begeistert, dass ich die Reihe nun von Anfang an aufrolle. Das hier war der vierte Band.

Fazit:
Wieder ein schöner Nesbø, wenn auch nicht so gut wie andere Bücher aus der Reihe. Mein Favorit ist immer noch der sechste Band, dicht gefolgt vom dritten. Ich mag die Hauptperson einfach zu gerne.

Eine Rezension wird es dazu nicht geben, weil ich es schwer finde, mitten in der Reihe mit Rezensionen anzufangen.





Nils Mohl. Es war einmal Indianerland.
Ein Buch, mit dem mich eine Kollegin infiziert hat. Recht unbekannt, aber großartig.

Fazit: 
Ein starkes Buch, ungewöhnlich geschrieben, aber wenn man erstmal in den Schreibstil und die Erzählweise herein gefunden hat, entwickelt sich ein starker Sog, der einen mitreißt.

Die Rezension gibt es hier.







Yôko Ogawa. Liebe am Papierrand.
Mein zweites Buch von Yôko Ogawa, dass ich blind mit dem ersten mitbestellt habe. Es brauchte aber ein paar Wochen, bis es ankam (immer diese Büchersendungen).

Fazit: 
Ein ganz tolles Buch, eine besondere Liebesgeschichte, wieder sehr ruhig erzählt und doch fesselnd. Über die Kleinigkeiten im Leben, denen man viel zu wenig Beachtung schenkt.

Die Rezension kommt (hoffentlich) in den nächsten Tagen. :)