[Rezension] Es war einmal Indianerland



Nils Mohl
Es war einmal Indianerland
Rowohlt Verlag
12,99 €
ISBN 978-3-499-21552-0
1. Auflage 1. Februar 2011
352 Seiten
Klappenbroschur
Verlagsseite
Leseprobe







Stell dir vor, du bist 17 und lebst in den Hochhäusern am Stadtrand. Der Sommer ist heiß. Es ist Mittwochnacht, als dir Jackie den Kopf verdreht. Im Freibad. Fuchsrotes Haar. Sandbraune Haut. Stell dir vor, wie dir die Funken aus den Fingern sprühen vor Glück. Und plötzlich fliegt die Welt aus den Angeln: Zöllner erwürgt seine Frau. Edda, die 21-Jährige aus der Videothek, stellt dir nach. Mauser steigt mit Kondor in den Ring. Immer wieder meinst du, diesen Indianer mit der Adlerfederkrone zu sehen. Und dann zieht zum Showdown ein geradezu biblisches Gewitter auf – fühlt es sich so an, erwachsen zu werden? (Quelle)

Ein hauchdünner weißer, leuchtender Schleier bedeckt den Himmel. Durch ihn hindurch brutzelt die Sonne bereits unbarmherzig auf den Stadtrand nieder, trommelt und hämmert gegen Mauern, Fenster und Satellitenschüsseln. Ein Sommertag wie aus einem Comic. Die Luft flimmert, als wäre sie voller Benzindampf.
An diesem Morgen beginnt alles, was niemand wissen kann.
S. 48


Nachdem meine Kollegin mir so von diesem Buch vorgeschwärmt hat, konnte ich nicht anders und musste es mir kaufen und habe diese Anschaffung auf keinen Fall bereut. Das Buch ist ungewöhnlich gewöhnlich. Gewöhnlich deshalb, weil die Story eigentlich recht "normal" ist; ungewöhnlich aufgrund des Schreibstils und der Darstellung. Ein typischer Jugendroman über das Erwachsenwerden in einem herausstechenden Gewand, das mich persönlich sehr angesprochen hat. Aber ich schätze, dass der Stil durchaus polarisieren kann, denn er ist sehr modern.

Das ungewöhnlichste ist wohl der Aufbau des Buches. Es besteht aus zwei Hauptteilen, die aus ineinander verschränkten Szenen bestehen. Die Angaben "vor: Samstag, noch 2 Tage Ferien", "zurück: Mittwoch, noch 12 Tage Ferien", wie bei einer Kassette, die man spult, sind die einzigen Anhaltspunkte, die man als Leser hat, um die einzelnen Szenen im Kopf aneinanderzureihen. Am Anfang sind die Sprünge sehr verwirrend, doch je tiefer man in das Buch einsteigt, desto vollständiger wird das Bild der Handlung im Kopf. Fragmente, die langsam zusammenfinden und sich zu einem Ganzen vereinen.
Ich habe mich manchmal gefragt, ob das Buch diese verschränkten Szenen überhaupt nötig hat. Ob es seine Sogkraft nicht auch mit einer linear aufgebaute Geschichte beibehalten würde. Letztendlich bin ich noch zu keinem Schluss gekommen, stehe dem Aufbau auch etwas zwiespältig gegenüber.

Der Schreibstil ist ... anders. Ich nutze ja gerne das Wort "rund" um einen ausgefeilten Schreibstil zu beschreiben, bei dem man das Gefühl hat, dass jedes Wort an der einzig richtigen Stelle sitzt, bei dem eine Melodie der Worte entsteht.
Dieser Stil ist eher geprägt von Disharmonien, Tonfolgen, die unbeherrscht und mächtig an die Oberfläche brechen. Die Gedanken des Protagonisten, unsortiert, ungefiltert und dabei so realistisch eingefangen. Rund auf seine ganz eigene Weise und dabei doch immer wieder eckig.
Ja, je länger ich über den Stil nachdenke, desto besser gefällt er mir, auch wenn er sicher eine gewisse Gewöhnungszeit braucht. Aber er ist stark und fasst Emotionen und Eindrücke so bildreich und passend in Worte, dass man Gedanken des Protagonisten nachvollziehen kann und das Gefühl hat, neben ihm zu stehen, dasselbe wahrzunehmen wie er.

Das zentrale Thema des Romans ist das Erwachsenwerden. Der namenlose Protagonist ist auf der Suche, auf der Suche nach etwas, das ihm Halt gibt und als Leser kann man seine Suche miterleben. Dabei testet er vieles aus, verhält sich nicht kalkulierbar, möchte anecken, die Welt austesten. Genau diese Stimmung, die sich auch im Aufbau des Buches und im Schreibstil widerspiegelt.
Dabei trifft man auf ganz unterschiedliche Charaktere. Sie sind alle normal und doch besonders, Nils Mohl gelingt es, Eigenheiten herauszugreifen, die die Charaktere unverwechselbar machen, mit ihren Ecken und Kanten. Es war kein Charakter dabei, von dem ich nicht gerne noch mehr erfahren hätte. Doch der Hauptcharakter ist und bleibt der namenlose Protagonist und so wird auch er am genausten beleuchtet - kein Wunder, begleitet man ihn als Leser zwölf Tage lang und hat Einblick in sein Innenleben.

Das war ein ungewöhnliches und eindringliches Leseerlebnis für mich. Ja, ich weiß, ich schwärme oft von "ungewöhnlichen" Büchern, von "anderen" Büchern, aber ich begebe mich meist auch bewusst auf die Suche danach. Bei diesem Buch hätte ich gar nicht damit gerechnet, wurde also positiv überrascht von der Sprache, die mich einfach mitgerissen hat.
"Es war einmal Indianerland" hat dieses Jahr übrigens auch den Deutschen Jugendliteraturpreis gewonnen. Auf Preise muss man nicht unbedingt etwas geben, aber ich wollte es zumindest mal erwähnen.

- Wo ist Bozorg, ich meine, Martin?
Ihr Geruch, als sie näher kommt. Kein Parfum. Kein Schweiß. Wie ein Fluss vielleicht im Herbst. Oder ein Seeufer. Passt zur vornehmen Blässe. Sie:
- Kommt gestern ein possierliches Opossum hier rein, nimmt Bozorg, ich meine, Martin, es auf die Hand, gibt ihm einen Kuss und verwandelt sich daraufhin selbst in eine Texas-Klapperschlange. Rasselt er dann vor Glück mit dem Schwanz, verspeist das possierliche Tierchen gleich an Ort und Stelle und kraucht weg.
- ...?
Die abgemilderte Variante des kollernden Lachens. Dann die Frage hinterher:
- Wer ist Bozorg, ich meine, Martin?
S. 53


Ich empfehle dieses Buch all jenen, die durchaus neuen Leseerlebnissen gegenüber offen sind, die nichts gegen einen ungewöhnlichen Stil und ein ungewöhnliches Buch haben. Wenn man Spaß an so etwas hat und gleichzeitig noch gerne Jugendromane über das Erwachsenwerden liest, ist das Buch genau das richtige. Zum Reinschnuppern bietet sich die Leseprobe an.

Idee: 4/5
Handlung: 4/5
Charaktere: 5/5
Schreibstil: 5/5
Lesespaß: 5/5

Gesamt:
  

[Challenge] The Contemporary YA Challenge


Hallo! :)

Diese Challenge wurde von Hannah von Paper Trail und der Bücherdiebin ins Leben gerufen. Die erste Challenge, an der ich teilnehme, ich bin schon wirklich gespannt und freue mich darauf, viele neue tolle Bücher kennen zu lernen. 
Das Genre lese ich total gerne, auch wenn ich definitiv noch viel zu wenige Bücher kenne - aber das ist ja die perfekte Gelegenheit, die Fühler mal etwas auszustrecken.

Die beiden Organisatorinnen haben bereits eine tolle und umfangreiche Liste mit Buchtipps zusammengestellt, sodass jeder leicht den Einstieg findet, auch wenn er sich in dem Genre nicht so gut auskennt. Ich denke, ich werde mir auf jeden Fall ein paar Bücher auf der Liste vornehmen (wie zum Beispiel die Bücher von John Green) und dann mal sehen, ob ich vielleicht noch etwas Neues entdecke. 

Toll finde ich auch die geplanten Zusatzaktionen. So kann man im Rahmen der Challenge Autoren vorstellen und Hannah und die Bücherdiebin planen auch noch einige Überraschungen. Ich bin total gespannt und habe bereits entschieden, dass ich Nils Mohl vorstellen möchte, der doch noch recht unbekannt zu sein scheint, obwohl er dieses Jahr den Deutschen Jugendliteraturpreis gewonnen hat.

Hier gibt es nochmal die Regeln in Kurzform, für alle Interessierten, die vielleicht mitmachen wollen:
Zeitraum: 01. Dezember 2012 bis 31. Mai 2013
Leseziele: 8 Bücher aus dem Genre "Contemporary Young Adult" inklusive einer Rezension
Ihr könnt euch einfach bei Hannah oder der Bücherdiebin für die Challenge anmelden, indem ich einen Kommentar unter den entsprechenden Challenge-Post [Paper TrailDie Bücherdiebin] setzt. 

Also wer weiß, vielleicht kann ich ja jemanden von der Challenge überzeugen. :)

Viele Grüße
Miyann

[SUB] Neuankömmlinge #2

Hallo! :)

In den letzten Tagen haben wieder einige Bücher den Weg zu mir gefunden. Zum einen war ich seit langem einmal wieder in einer Buchhandlung, zum anderen kam das zweite bestellte Buch von Yoko Ogawa mit über einer Woche Verspätung endlich bei mir an. Grund für die Verspätung war eine falsch geschrieben Adresse ... Naja, besser spät als nie.
Obwohl ich das Buch gebraucht gekauft habe, ist es wirklich wie neu, d.h. definitiv ungelesen, es riecht sogar noch neu, und ich denke, ich werde den Händler noch einige Male beehren.

Nun aber los:





Yôko Ogawa
Liebe am Papierrand
Liebeskind
19,80 €
ISBN 978-3-935890-25-0
1. Auflage August 2004
256 Seiten
Gebunden
Verlagsseite





Inhalt: Eine junge Frau nimmt in einem Hotel an einer Gesprächsrunde mit Gehörkranken teil. Zu dem Stenographen, der das Gespräch protokolliert, fühlt sie sich auf geheimnisvolle Weise hingezogen. Von ihm erfährt sie, daß das Hotel einst einer Fürstenfamilie gehörte, deren kleiner Sohn seinerzeit von einem Balkon stürzte. Jahrelang lag das Kind schwerverletzt in einem der Zimmer, in das der Fürst unzählige Blumen pflanzen ließ, da der abendliche Duft der Blüten dem Jungen Erleichterung verschaffte. Als die Frau nun zusammen mit dem Stenographen das Zimmer besichtigt, glaubt sie, den Duft der längst vergangenen Blumen wahrzunehmen. Sie bittet ihn, fortan ihre Lebensgeschichte aufzuschreiben. Doch als der Stenograph mit den Aufzeichnungen beginnt, und die junge Frau erkennt, daß er hierfür nur eine begrenzte Anzahl von Papier vorgesehen hat, spürt sie, daß sie ihn bald schon wieder verlieren wird…

Wie es zu mir kam: Wie das erste Buch, das ich von der Autorin gelesen habe, war es ein Blindkauf. Nun weiß ich aber ja, wie toll sie schreibt und freue mich bereits sehr darauf!

Erwartungen: Ein wunderbar geschriebener, ruhiger Roman, der unnormal normal ist.




Nils Mohl
Es war einmal Indianerland
Rowohlt Verlag
12,99 €
ISBN 978-3-499-21552-0
1. Auflage 1. Februar 2011
352 Seiten
Klappenbroschur
Verlagsseite
Leseprobe





Inhalt: Stell dir vor, du bist 17 und lebst in den Hochhäusern am Stadtrand. Der Sommer ist heiß. Es ist Mittwochnacht, als dir Jackie den Kopf verdreht. Im Freibad. Fuchsrotes Haar. Sandbraune Haut. Stell dir vor, wie dir die Funken aus den Fingern sprühen vor Glück. Und plötzlich fliegt die Welt aus den Angeln: Zöllner erwürgt seine Frau. Edda, die 21-Jährige aus der Videothek, stellt dir nach. Mauser steigt mit Kondor in den Ring. Immer wieder meinst du, diesen Indianer mit der Adlerfederkrone zu sehen. Und dann zieht zum Showdown ein geradezu biblisches Gewitter auf – fühlt es sich so an, erwachsen zu werden?

Wie es zu mir kam: Ein Buch, das seinen Weg über die Arbeit zu mir gefunden hat. Eine Arbeitskollegin schwärmt sehr davon und hat mich so damit angesteckt, dass ich mir das Buch kaufen musste. Ich hatte ja die Befürchtung, dass die große Buchhandlung mit H. es nicht vorrätig hat (da bin ich schon oft enttäuscht worden), aber es war da.
Das Buch hat übrigens den Deutschen Jugendliteraturpreis gewonnen.

Erwartungen: Ein Jugendroman, der sich echt anfühlt, gut geschrieben ist und einfach überzeugt. Ich hoffe mal, ich erwarte nun nicht zu viel.






Juli Zeh
Nullzeit
Schöffling & Co.
19,95 €
ISBN 978-3-89561-436-1
1. Auflage 1. August 2012
256 Seiten
Gebunden
Verlagsseite
Leseprobe




Inhalt: Eigentlich ist die Schauspielerin Jola mit ihrem Lebensgefährten Theo auf die Insel gekommen, um sich auf ihre nächste Rolle vorzubereiten. Als sie Sven kennenlernt, entwickelt sich aus einem harmlosen Flirt eine fatale Dreiecksbeziehung, die alle bisherigen Regeln außer Kraft setzt. Wahrheit und Lüge, Täter und Opfer tauschen die Plätze. Sven hat Deutschland verlassen und sich auf der Insel eine Existenz als Tauchlehrer aufgebaut. Keine Einmischung in fremde Probleme – das ist sein Lebensmotto. Jetzt muss Sven erleben, wie er vom Zeugen zum Mitschuldigen wird. Bis er endlich begreift, dass er nur Teil eines mörderischen Spiels ist, in dem er von Anfang an keine Chance hatte.

Wie es zu mir kam: Von Juli Zeh habe ich bereits sehr viele Bücher (alle?) gelesen. Somit ist es irgendwie logisch, dass mich auch Nullzeit interessiert. Ich habe auch schon ein paar Rezensionen studiert, die mein Interesse geweckt haben. Und das Cover! Toll!
Jedenfalls lag es dann gestern so da und obwohl ich eigentlich kein teures, gebundenes Buch kaufen wollte, habe ich es mitgenommen. So viel zu den guten Vorsätzen.

Erwartungen: Ein Buch, dass mal wieder anders ist. So wie die Bücher von Juli Zeh immer anders sind. Das polarisiert.



Da ich gestern meinen Krimi durchgelesen habe, darf ich nun also wieder etwas Neues auswählen - ich denke, es wird Es war einmal Indianerland werden. Auf das Buch bin ich einfach so gespannt!

Viele Grüße
Miyann

[TAG] Fill in

Ich wurde vor einigen Tagen getaggt und zwar von Kaugummiqueen! Vielen Dank, ich habe mich sehr gefreut. :D
Der TAG wurde von bookjunkies-rezi ins Leben gerufen. 
Die fetten Beiträge stammen von mir. Und die Sachen in Klammern auch. :)


Könnte ich mir eine Fantasywelt aussuchen würde ich am liebsten in Phantásien leben. (Nostalgie!)

Gefühl(e) ist (sind) mehr wert als alles Geld der Welt.

Würde ich ein Buch schreiben, hätte es das Genre Fantasy.

Liebe auf den ersten Blick wird in meinen Augen niemals eine tiefe Liebe sein, eher eine Schwärmerei. Aber sie kann sich ja noch vertiefen. ;)

Mein liebstes Urlaubsziel ist Norwegen.

Müsste ich mich zwischen Chips und Schokolade entscheiden, würde ich definitiv Schokolade nehmen.

Edward und Bella finde ich witzig. (Ob hier schon mal irgendjemand "kenne ich nicht" geschrieben hat?)

Mein liebstes blaues Buch ist ... . (Ah. Ich weiß doch nicht, welche Bücher blau sind? Und hier habe ich keine blauen ... Ich fürchte, das kann ich jetzt nicht sagen, ohne vor meinem Bücherregal zu stehen.)

Meine Eltern halten meine Leidenschaft für Bücher für unterstützenswert. Besonders als ich ein noch ein Kind war, haben sie mich da gerne gefördert, mittlerweile schütteln sie in Angesicht meiner Bücherregale die Köpfe - schenken mir aber weiterhin Bücher.

Adventskalender mag ich, weil es schön ist, jeden Tag eine kleine Aufmerksamkeit zu bekommen. Das zählt natürlich nur für selbst gebastelte, gekaufte finde ich langweilig. 

[Viele Serien hier einfügen] ist die beste Serie, die jemals gedreht wurden. (Bei Lieblingssachen tue ich mich immer total schwer. So auch bei Serien. Lost, Sherlock, Game of Thrones, The Mentalist, Firefly, Buffy, Flash Forward, etc. etc.)

Wenn ich ein Buch lese, dann habe ich am liebsten Ruhe neben mir.

Mich stört kleine, unleserliche Schrift am meisten an Büchern.

Sobald ich ein Vampirbuch sehe wundere ich mich über den anhaltenden Trend.

Würde ich auf einer verlassenen Insel stranden würde ich Robinson Crusoe (füge hier einen Buchcharakter ein) mitnehmen. Weil er wohl über die reichhaltigste Erfahrung in solchen Situationen verfügt.



Auf das Weitergeben des TAGs verzichte ich mal wieder, weil den sowieso schon gefühlt jeder bekommen hat. Wenn ihn gerne jemand bekommen will, tagge ich natürlich gerne. :)

Edit: Und ich habe jemanden gefunden! Hiermit tagge ich offiziell Tin von Traumseele. Übrigens ein sehr schöner Blog, den ich nur weiterempfehlen kann.

Viele Grüße
Miyann

[Fundstücke] Teil 1

Hallo! :)

Heute möchte ich mal eine neue Kategorie vorstellen. Und zwar würde ich gerne einige Sachen, die man im www so findet, mit euch teilen, seien es jetzt beeindruckende Videos, lustige Homepages oder andere interessante Sachen. Vielleicht auch mal wissenschaftliche Theorien, die ich spannend finde, der Begriff Fundstücke ist ja glücklicherweise recht dehnbar.
Mein Fundus auf diesem Gebiet ist auch recht groß, so kann ich endlich mal wieder meine ganzen Lesezeichen durchwühlen.




Kurzfilm: Nun sehen Sie folgendes


Ich fange mit einem unglaublich witzigen Kurzfilm an. Wirklich toll, der Film hat auch zu Recht den Deutschen Kurzfilmpreis gewonnen. Guckt ihn euch an und freut euch!





Spiel: Die Anstalt für misshandelte Kuscheltiere


Und ich habe noch ein kleines Spielchen für euch, das sicher viele kennen, denn es ist ein wahrer Klassiker. Wenn jemand aber noch nicht von Der Anstalt für misshandelte Kuscheltiere gehört hat, dann wird es Zeit! (Das Spiel startet unten rechts.) 
Da könnt ihr euch als Kuscheltierpsychiater versuchen. Sehr witzig und süß und traurig, irgendwie alles gleichzeitig. Nach und nach kann man sich in die Psyche der armen Tierchen vortasten und so mehr über ihre düstere Vergangenheit erfahren - und ihnen mit Glück wieder ein Lächeln aufs Gesicht zaubern. Das benötigt aber tatsächlich etwas Feingefühl.




Das war es heute von mir in dieser Kategorie!

Viele Grüße
Miyann

[Rezension] Das Ende des bengalischen Tigers




Yoko Ogawa
Das Ende des Bengalischen Tigers
Liebeskind Verlag
18,90
ISBN 978-3-935890-75-5
1. Auflage 21. Februar 2011
224 Seiten
Gebunden
Verlagsseite
Leseprobe








Wanderungen zwischen Imagination und Realität: In elf miteinander verwobenen Geschichten entwirft Yoko Ogawa eine Alltagswelt, in die unvermittelt etwas Fremdes, Bedrohliches einbricht. Eine Lektüre auf dünnem Eis, tiefgründig und geheimnisvoll.

Was hat eine Mutter, die ihr Kind verloren hat, mit einer alten Witwe zu tun, deren Mann vor Jahren unter mysteriösen Umständen verschwunden ist? Welche Verbindung gibt es zwischen einer Schriftstellerin, die regelmäßig bis spät in die Nacht arbeitet, und einer Konditorin, die als Mädchen in ein ehemaliges Postamt eingebrochen war?

Yoko Ogawa spinnt ein feines Netz von Geschichten, die in einer rätselhaften Welt spielen. Alle Figuren folgen ihrem eigenen unergründlichen Schicksal, und doch kreuzen sich ihre Wege, während sie wie im Traum an den Abgründen des Lebens entlangwandeln. (Quelle)

Besonders die Äste der Kiwisträucher bogen sich unter ihrer Last, und in mondhellen Nächten, wenn der Wind durch die Blätter fuhr, sah es aus, als würden Schatten von tiefgrünen Fledermäusen den Hügel umschwirren. Manchmal hatte ich richtig Angst, dass sie beim leisesten Geräusch schlagartig auffliegen könnten.
S. 37


Es war ein absoluter Zufall, dass ich dieses Buch gefunden habe und ich bin wohl auch nur aufgrund des schönen Covers hängen geblieben. Aber es sieht wirklich toll aus, oder? Ich finde es sehr schön und außergewöhnlich. Die meisten Bücher der Autorin haben so tolle Umschläge und ich musste mich wirklich beherrschen, nur aufgrund der Optik nicht mehr zu bestellen.

Als das Buch dann endlich nach einer Woche Wartezeit bei mir eintraf, passte es perfekt, da ich gerade ein Buch beendet hatte. Also begleitete mich »Das Ende des Bengalischen Tigers« und ich habe angefangen reinzulesen. Und konnte nicht mehr aufhören. Und auch jetzt, wo ich das Buch fertig gelesen habe, spukt es immer noch in meinen Gedanken herum, ich würde es am liebsten noch einmal zur Hand nehmen und ein zweites Mal lesen, in der Hoffnung, noch mehr zu finden, das mir beim ersten Lesen entging.

Das Buch besteht aus elf Kurzgeschichten, die aber alle ineinander verwoben sind. Immer wieder werden kleine Elemente aus den vorherigen Geschichten aufgegriffen und so formt sich beim Lesen langsam ein Gesamtbild. Jede Geschichte ist aus der Sicht einer anderen Person geschrieben und so erfährt man einiges über die Innensicht als auch durch folgende Kurzgeschichten über die Außensicht oder Außenwirkung  der einzelnen Personen. Man reist dabei aber durch Raum und Zeit, betrachtet vergangene Ereignisse, die die Menschen zu dem gemacht haben, das sie sind.

Wie der Titel schon sagt, dreht sich der Inhalt um das Ende und zwar in verschiedenen Arten: Das Sterben und menschliche Abgründe, oft sind die Erzählungen ein wenig morbide. Dabei transportieren sie aber immer eine ruhige Stimmung, die sich von Geschichte zu Geschichte unterscheidet, abhängig von der erzählenden Person. Aber immer haftet den Erzählungen eine leicht surreale Atmosphäre an.

Der Schreibstil ist wunderschön, leicht zu lesen, aber trotzdem ... besonders. Yoko Ogawa hat wirklich eine ganz spezielle Art, die Geschehnisse in Worte zu fassen. Nicht umsonst ist sie eine von Japans größten Schriftstellerinnen. Ihr gelingt es, diese Szenen in beeindruckender Weise darzustellen.
Ich glaube, das spezielle daran sind wirklich die Momente, die sie ausgewählt hat und die sie darstellt. Diese besonderen Momente, die einerseits so alltäglich und andererseits so ungewöhnlich sind.

Wie bereits geschrieben, habe ich den Drang, das Buch noch einmal zur Hand zu nehmen um die Tiefgründigkeit der einzelnen Geschichten und ihre Verwobenheit genauer zu erfassen.
Falls jemand nicht genau weiß, ob dieses Buch etwas für ihn ist, empfehle ich die Leseprobe. Bei book2look  kann man eine ganze Kurzgeschichte lesen, ihr müsst also keine Angst haben, dass es mitten in der Handlung abbricht.

Ich würde gerne noch viel mehr zu diesem Buch schreiben, aber mir fehlen fast ein bisschen die Worte, um die Gefühle wiedergeben zu können, die für mich dieses Leseerlebnis so einzigartig gemacht haben. Aber einzigartig war es auf jeden Fall.

Am schönsten ist es, wenn der Mond scheint. Sein Licht kommt erst dann richtig zur Geltung, wenn die Laternen auf der zur Ruhe gekommenen Straße nur noch trüb vor sich hin schimmern. Aus Erfahrung kann ich sagen, dass meine Taschen - ganz gleich welche Art - im Mondschein am faszinierendsten aussehen. [...]
Das Mondlicht bringt schonungslos die winzigsten Details zum Vorschein. In dem kurzen Augenblick, wenn die Passanten an meinem Laden vorbeigehen, durchschaue ich sie.
S. 71

Ein ungewöhnliches Buch, das elf Kurzgeschichten in einem Roman verbindet. Wunderbar geschrieben, sehr fesselnd, in meinen Augen etwas ganz besonderes, das mich immer noch nicht losgelassen hat und wohl noch lange beschäftigen wird.

Idee: 5/5
Handlung: 5/5
Charaktere: 5/5
Schreibstil: 5/5
Lesespaß: 5/5

Gesamt:
  

[Bla] Aus dem Leben der Miyann (oder so)


Hallo! :)

Ich dachte mir, dass ich nach den beiden Filmvorstellungen, die ja etwas geballt kamen, mal wieder ein bisschen was erzähle. Einfach so, ohne einen tieferen Sinn dahinter.

Das Foto da oben stammt von meiner Wandertour, die ich vorletztes Wochenende unternommen habe. Eigentlich dachte ich, ich würde da noch beeindruckendere Fotomotive finden, aber das war dann doch sehr ernüchternd. Ich fürchte, da habe ich die falsche Route gewählt, aber das nächste Mal bin ich dann klüger.
Die Wanderung war teilweise auch echt anstrengend, als kleines Nordlicht bin ich das gar nicht gewohnt. Ja, Bayern ist da schon ein ganz anderes Kaliber. Aber ich habs geschafft, tschakka, auch wenn ich dabei sicher alles andere als ... routiniert ausgesehen habe.

Ansonsten wird mein Leben derzeit sehr stark von der Arbeit eingenommen, daher kam der Blog auch ein bisschen zu kurz. Aber ich gebe mir große Mühe, mich zu bessern. Ich überlege auch gerade, was ich noch für neue Kategorien anfangen kann und ich denke, ich sollte einfach mehr Plauderposts machen (so wie diesen hier).

Morgen werde ich ein bisschen backen, Krys (Traumweltenwandlerin) hat in letzter Zeit tolle Rezepte gepostet, die ich nun ausprobieren werde. Ich bin schon echt gespannt, ob sie mir gelingen. Allgemein backe ich immer gerne, wenn ich mich denn mal aufraffen kann.

Heute habe ich seit langem mal wieder ein Buch an einem Tag durchgelesen. Ich saß drei Stunden beim Friseur und habe die Zeit entsprechend genutzt. Es war ein toller (und recht unbekannter) Kurzgeschichtenroman, den ich auch morgen (denke ich) hier vorstellen werde. Das Buch verdient eindeutig mehr Aufmerksamkeit!
Ich warte noch auf ein zweites Buch von der Autorin, aber Büchersendungen sind ja immer so unzuverlässig ...
Das Gregor-Buch habe ich auch fertig gelesen, auch dazu wird meine Meinung in den nächsten Tagen kommen, denke ich. Da es mich aber nicht sooo begeistert hat, hat das andere Buch gerade eine höhere Priorität. ;)
Der Friseurbesuch war übrigens auch sehr erfolgreich, falls es jemanden interessiert. Ich bin recht zufrieden, die kaputten Spitzen sind ab, neue Farbe druff und so weiter.

Außerdem war ich heute bei der Münchner Bücherschau, die im Rahmen des Literaturfests München stattfindet. Da gab es viele Bücher ... Ich hatte nur keine Zeit, so richtig zu stöbern - mein Geldbeutel wird es mir danken. Quasi eine kleine Buchmesse. :)
Wenn jemand in der Nähe von München wohnt: Es gibt tolle Lesungen, da wird ein buchbegeisterter Mensch bestimmt fündig. Und die vielen Bücher erst ...

Nun mache ich mir noch einen ruhigen Abend mit etwas Glühwein (einem, der sogar kalt schmeckt, voll gut).
Viele Grüße
Miyann

[Filmvorstellung] Cloud Atlas





Cloud Atlas
Erscheinungsjahr: 2012
Laufzeit: 172 Minuten
FSK 12
Regie: Tom Tykwer, Andrew Wachowski, Lana Wachowski
Schauspieler:
Tom Hanks, Halle Berry, Jim Broadbent, Hugo Weaving, Jim Sturgess, Doona Bae, Ben Wishaw, James D'Arcy
Offizielle Seite zum Film





1849: Ein amerikanischer Anwalt auf hoher See, der die Schrecken des Sklavenhandels kennenlernt.
1936: Ein junger Komponist, mit dessen Hilfe ein alterndes Genie ewigen Ruhm erlangen könnte.
1973: Eine aufstrebende Journalistin, die eine Atom-Intrige enthüllt.
2012: Ein Verleger, der in einem Altersheim erkennt, was Freiheit bedeutet.
2144: Eine geklonte Kellnerin, die ihre Wirklichkeit verändert.
2346: Ein Sonderling, der sich in einer post-apokalyptischen Welt mutig gegen übernatürliche Kräfte stellt.

Sechs Schicksale in 500 Jahren und doch ein einziges Abenteuer, in dem all unsere Helden in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft auf engste miteinander verbunden sind. Im Mittelpunkt steht ein Verbrecher, der sich über die Jahrhunderte hinweg wandelt und schließlich zum Retter der Menschheit wird. (Quelle)




Cloud Atlas. Als eine Freundin mit den Trailer zeigte, war ich total begeistert. Ich habe vorher extra das Buch gelesen und war erneut total begeistert. Nur den Trailer habe ich mit kritischeren Augen betrachtet, denn einige Sachen waren so anders als im Buch.

Ich weiß, dass man das Medium Film von dem Medium Buch trennen muss und eigentlich kann ich das auch recht gut. Aber in diesem Fall will es mir einfach nicht gelingen. Vielleicht ist das Buch noch zu frisch in meinen Gedanken, vielleicht frage ich mich auch, warum die Regisseure sich nicht einfach eine komplett neue Story ausgedacht haben. Ich denke, das hätte dem Film besser getan.

Der Punkt ist: Das Buch enthält viele Botschaften, jeder Handlungsstrang bietet für sich vieles, regt zum Nachdenken an. Die ganze Seelenverbindung ist zwar die ganze Zeit existent und taucht immer mal wieder unterschwellig auf, wird aber überhaupt nicht betont. Es ist eben eines der vielen Elemente, die das Buch in sich trägt.
Im Film wurde die Seelenreise so plakativ dargestellt, dass es beinahe konträr zu den Ansichten läuft, die das Buch vermittelt. Und zudem konzentrieren sich die Regisseure so sehr auf ihre "Alles ist verbunden"-Message, dass leider kein Raum mehr für den Rest bleibt, der für mich die Lektüre des Buches ausgemacht hat. Stattdessen haben sie noch ein paar ebenso plakative Botschaften mit eingestreut, die das Buch so nie dargestellt hat.
Mit den veränderten Charakteren und Storyelementen will ich gar nicht anfangen. Aber darüber kann ich auch hinweg sehen, auch wenn Charaktere sterben, die nie gestorben sind oder eine Liebesbeziehung eingehen, die es so nie gab. Auch mit dem Muttermal an den falschen Personen könnte ich leben.
Aber aufgrund der veränderten Aussagen frage ich mich, wieso das Buch überhaupt als Vorlage genommen wurde, wenn es dem Werk einfach nicht mal ansatzweise gerecht wird?
Das traurigste war für mich die Storyline in Korea, die einfach so viel bot, so vielschichtig war - und im Film einfach nur ein reines Actionspektakel und dadurch so verflacht wurde ...

Aber zu den positiven Sachen: Gut hat mir gefallen, dass die sprachlichen Besonderheiten des Buches so gut wie möglich übernommen wurden. Auch wenn es das dem Kinobesucher den Film sicher nicht erleichtert, gefiel mir besonders die Übernahme des neuen Sprachdialekts in der post-apokalyptischen Welt sehr gut.
Über die Bilder muss man wohl nicht sprechen: Grandios, toll gefilmt, einfach eine atemberaubende Regie.
Auch die Besetzung hat wirklich überzeugt, hier hatten die Schauspieler die Möglichkeit, mal in bis zu sechs verschiedene Rollen zu schlüpfen. Es war spannend zu raten, wer wer war. Und in den meisten Fällen gefiel mir auch die Umsetzung sehr gut.
Einziger Kritikpunkt: Macht keine Europäer zu Asiaten. Das geht einfach nicht. Das hat mir echt den größten Lachanfall im Kino beschert, von dem ich mich nur schwer erholen konnte.
Sowieso ist der Film durch die teilweise etwas unglücklichen Schnitte manchmal unfreiwillig komisch. Aber gut, so hatte ich wenigstens meinen Spaß.

Und hier ist ein kleines Making-of:


Also: Der Film macht schon Spaß. Die Kritik die ich anbringe, kann man wohl nur anbringen, wenn man das Buch kennt. Ich finde den Gedanken hinter dem Projekt schon sehr ehrgeizig. Ob man den Film ohne Buchkenntnis versteht, kann ich nicht beurteilen, aber einige Kinobesucher wirkten schon sehr verwirrt.

Ich empfehle aber auf jeden Fall das Buch zu lesen! Es lohnt sich, wirklich! Und erst dann den Film zu sehen, denn es wäre schade, wenn das Leseerlebnis irgendwie von dem Film verdorben wird. Es ist meiner Meinung nach das größere Meisterwerk.

[Filmvorstellung] Skyfall




Skyfall
Erscheinungsjahr: 2012
Laufzeit: 143 Minuten
FSK 12
Regie: Sam MendesMusik: Thomas Newman
Schauspieler:
Daniel Craig, Judi Dench, Javier Bardem, Ralph Fiennes
Offizielle Seite zum Film






In Skyfall wird Bonds Loyalität M gegenüber auf eine harte Probe gestellt, als seine Vorgesetzte von ihrer Vergangenheit eingeholt wird. Als der MI6 unter Beschuss gerät, muss 007 die Angreifer aufspüren und unschädlich machen, ohne Rücksicht auf den Preis, den er selber dafür zahlen muss. (Quelle)




Ein neuer James Bond. Ich mag die Reihe sehr gerne, was wahrscheinlich daran liegt, dass mein Vater mich sehr früh damit infiziert hat. In letzter Zeit habe ich mich sowieso gerade zufällig in die ganze James-Bond-Thematik eingelesen, da kam mir der neue Film nur Recht. :)

Ich wusste wenig über den Inhalt des Films, ich hatte nur die Stimmen meiner Arbeitskollegen im Kopf, die sich über den neuen Bond beschwerten und kritisierten, dass er so wenig vom alten Geheimagenten hat.
Dagegen bin ich der Meinung, dass eine solche Reihe einfach zwangsläufig an das moderne Kino und die aktuelle Zeit angepasst werden muss. Sicher sind die alten Filme schön, aber sie haben eben einen alten Charme, der heute wohl eher nicht funktionieren würde.
Und dann saß ich im Kino, sah den tollen Vorspann und freute mich auf den Film.

Nach dem Film muss ich sagen: Eine elegante Mischung zwischen dem modernen Bond und dem altmodischen Bond. Viele Elemente aus alten Filmen und den Buch-Hintergründen wurden wieder aufgegriffen, der Film ging nicht in einem Actionspektakel unter, ganz im Gegenteil.
Das hat mir wirklich hervorragend gefallen.

Auch den "Bösewicht" fand ich großartig, speziell eine Szene zwischen ihm und Bond war schon echt gut dargestellt. Im Gegensatz zu den "Bösen" der vorherigen Filme haftete ihm auch eine besondere Aura an, die einen frösteln ließ, etwas Unverständliches, was ihn von hervorhob. Und teilweise erinnerte er mich ein wenig an den Joker. Allgemein fand ich einige Elemente sehr Batman-ähnlich (was ich keineswegs kritisieren möchte!).
Die Person des Gegners war gut gewählt, wirbelt er doch einiges auf, ist er sozusagen der Bondsche Gegenpart, der der Bond zum Zweifeln bringt oder es zumindest versucht.
In diesem Film wurde einmal die Person "James Bond" genauer betrachtet. Bond ist nicht mehr perfekt, er hat Makel bekommen, aber auch mit diesen Makeln bleibt er ein glänzender Held, der allerdings mehr Facetten aufweist. Auch das gefiel mir sehr gut. Diese zwischenmenschliche Komponente des Films kann man mögen oder als unbondig ansehen - ich fand sie super.

Die Handlung ist ein wenig typisch James Bond, aber irgendwie auch wieder nicht. Die Vergangenheit und ihre Bewältigung spielt hier eine große Rolle. Und gleichzeitig eben die Beziehungen der Personen untereinander, ihre Motivationen, das was sie antreibt. Und was ist es denn eigentlich, das einen Bond nie an seinem Ziel zweifeln lässt? Mal gab es Überraschungen, einige waren weniger groß, aber ich habe mich gut unterhalten gefühlt.

Die Schauspieler haben allesamt großartige Leistungen abgeliefert. Auch wenn man Daniel Craig als Bond nicht mag, überzeugt er doch mit seinem Talent und man nimmt ihn seine Rolle ab, besonders mit seiner Zerrissenheit hat er mich beeindruckt. Den Bösewicht, gespielt von Javier Bardem habe ich ja auch bereits erwähnt. Ich finde ihn immer noch sehr faszinierend, ich hätte gerne noch ein wenig mehr über ihn erfahren.
Judi Dench fand ich wie immer großartig, auch Ralph Fiennes hat mich überzeugt, ihn mag ich sowieso sehr gerne.

Es gab aber noch einen weiteren großen Pluspunkt im Film: Die Bilder! Speziell bei der Finalszene sah ich da und habe diese Bilder einfach nur genossen. Fantastisch. Hätte der Rest des Films mich nicht überzeugt, die Bilder hätten es geschafft.
Was ich noch erwähnen möchte, ist der Soundtrack. Wirklich wunderbar.

Und noch einmal den Titelsong von Adele:


Meiner Meinung nach ein toller James Bond, der schon jetzt einen bleibenderen Eindruck hinterlassen hat als sein Vorgänger. Ich kann ihn nur empfehlen, vorausgesetzt, man kommt damit klar, dass auch ein 007 Gefühle hat. Sonst ist der Film wohl eher nichts.

[Rezension] Muh!




David Safier
Muh!
Kindler
16,95
ISBN 978-3-463-40603-9
1. Auflage 9. November 2012
336 Seiten
Gebunden
Verlagsseite
Leseprobe
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»Kuh sera, sera. Was sein soll, soll sein, soll sein. Die Zukunft, die kennt kein Schwein ...« Dieses Lied singt die ostfriesische Kuh Lolle, deren Traum vom glücklichen Leben wie eine Blase auf der heißen Milch zerplatzt: Nicht nur, dass ihr geliebter Stier Champion sie mit einer anderen betrügt, nein, der Bauer auf ihrem Hof beschließt auch noch, alle Kühe schlachten zu lassen. Die Rettung kommt in Gestalt eines charmanten italienischen Katers. Er verrät Lolle, dass es ein Land auf dieser Welt gibt, in dem Kühe nicht zu Bolognese verarbeitet werden: Indien. Gemeinsam mit ihren besten Freundinnen, der harten Hilde und dem lieben Radieschen, flieht Lolle von dem Bauernhof. Begleitet werden sie dabei nicht nur von Kater Giacomo, sondern auch von Susi, ausgerechnet jener blöden Kuh, die Lolle den Stier ausgespannt hat. Und auf der Suche nach dem ganz großen Glück erlebt die kleine chaotische Herde jede Menge gefährliche Abenteuer. (Quelle)

Jetzt wusste ich, dass ich auf unserem Bauernhof an einem Ort lebte, an dem mein Liebeskummer, so schlimmer er mir auch schien, nicht das Fürchterlichste war. Ich konnte hier getötet und von den schrecklichen Menschen aufgefuttert werden. Ich musste also hier weg. Das war mir sofort klar. Doch wohin? Verzweifelt fragte ich: »Gibt es denn einen Ort, an dem Kühe nicht gefressen werden?«
»Auf meine Reise durch die Welte habe ich viele Orte gesehe, an dene die Schweine nicht gegesse werde, aber nur eine, an dem Kühe lebe könne ... diese Orte heiße Indien!«
S. 39


Bisher habe ich humoristische Bücher immer abgelehnt, ich war davon überzeugt, dass sie meinen Humor sowieso nicht treffen würden. Doch nun fiel mir zufällig dieses Buch in die Hände und ich muss meine Meinung revidieren, denn »Muh!« hat mir wirklich sehr gut gefallen.

Der Schreibstil des Buches ist sehr rund und besonders gut sind natürlich die Dialoge - kein Wunder, stammt David Safier doch aus der Fernsehbranche, hat Serien wie »Berlin, Berlin« geschrieben. Nachdem ich das erfahren hatte, hatte er mich sowieso an der Angel, denn ich liebe diese Serie!
Die meisten Dialoge haben mir ein sehr großes Lächeln aufs Gesicht gezeichnet.

Alle Charaktere sind äußerst liebenswert und jede Kuh hat so ihre Besonderheiten - was zu eben jenen tollen Dialogen führt. Eine moderne Fabel, in deren Zentrum eben sehr menschliche Kühe stehen: Die Optimistische, Naive, die aber auch ihre ganz eigenen Probleme hat, die Realistische, Harte, die sich aufgrund ihres Äußeren von den anderen ausgeschlossen fühlt, die Egoistische, die sich immer ins Zentrum rückt und eigentlich mit sich selbst unzufrieden ist. Und natürlich die Hauptperson, deren Weltbild aus den Fugen gerät und die auf der Suche nach ihrem persönlichen Glück ist, nachdem es in Scherben zu ihren Hufen liegt.
So wird die ganze Reise eigentlich zu einer Suche, denn sie alle suchen irgendwas, eine Veränderung in ihrem Leben, die sich auch auf ihre Sichtweise auswirkt.
Besonders gut hat mir auch der Kater Giacomo gefallen, ein großartiger Charakter!

Die Handlung erschien mir gegen Ende leider ein wenig gerafft und auch ein Handlungselement, dass ich hier nun aber spoilern möchte, sagte mir nicht ganz zu.
Trotzdem überzeugt das Buch hier mit spannenden Ideen und der ironischen Darstellung von der Verhaltensweise verschiedener Menschen. Das war wirklich eines der Highlights, zusammen mit dem bissigen Humor. Und trotz dieser Ironie schwingt immer wieder etwas Positives mit, das ganze Buch transportiert eine positive Botschaft, beschäftigt sich ausführlich mit dem Thema Glück. Was bedeutet Glück? Kann es für jeden etwas anderes sein? Wie findet man sein Glück eigentlich?

Ich gebe zu, dass ich mich mit der Bewertung wirklich schwer tue. Aber letztendlich habe ich sie nun noch einmal ins Positive verändert, denn das Buch hat mir schon viel Spaß gebracht. Manchmal war es mir vielleicht etwas zuuu positiv, aber das liegt wohl daran, dass ich ein sehr negativer Mensch bin und darunter sollte wohl das Buch nicht leiden. Ich denke in der Sparte der humoristischen Bücher, zählt es schon zu den sehr guten, auch wenn ich mich in dem Bereich nicht wirklich auskenne.

Wenn sich jemand unsicher ist, ob so ein humoristisches Buch etwas für ihn ist, empfehle ich die Leseprobe: Wenn man an den 20 Seiten Spaß hat, sollte einem auch der Rest des Buches gefallen, wenn man darüber nur müde lächeln kann, ist es wohl nicht das richtige.

Hilde versuchte mich indessen auf ihre Weise zu trösten: »Wir haben doch immer gewusst, dass Champion ein Idiot ist.«
»Ja, aber er war mein Idiot«, schnäuzte ich.
»Ach, Lolle«, säuselte Radieschen sanft, »es gibt doch auch noch so viele andere Idioten.«
Radieschen konnte eben immer was Gutes an einer Situation finden. Sie sah halt stets den Trog halb voll, während Hilde ihn halb leer sah. Und Champion ihn ganz leer futterte.
S. 15-16


Ein wirklich unterhaltsames und nettes Buch über eine Gruppe von menschlichen Kühen, die auf der Suche nach einer neuen Heimat ist und dabei um die ganze Welt reist. Sehr witzig, sehr rund, tolle Charaktere und tolle Dialoge.

Idee: 4/5
Handlung: 3/5
Charaktere: 5/5
Schreibstil: 4,5/5
Lesespaß: 4,5/5

Gesamt:
  

[TAG] 11 Fragen

Guten Abend!

Ich wurde von Krys, der Traumweltenwandlerin getaggt. Vielen Dank dafür. :-)
Sie hat sich elf wirklich gute und interessante Fragen ausgedacht. Aber erstmal die Regeln (so viel Ordnung muss sein):

1. Als Dankeschön den Tagger verlinken
2. Die 11 Fragen vom Tagger beantworten
3. Selbst 11 Fragen kreieren
4. 11 Blogger aussuchen, die weniger als 200 Leser haben & es diesen mitteilen
5. Zurück- Taggen ist nicht erlaubt!

1. Wie viele Bücher besitzt du?
Schon die erste Frage kann ich nicht richtig beantworten. Ich habe mal begonnen, meine Bücher zu zählen, aber es nie beendet. Beziehungsweise noch nicht beendet, denn ich möchte die Liste durchaus fortführen. Aufgehört habe ich bei knapp 700 Büchern, ich schätze, dass ich schon 1.000+ in meinen Regalen habe.

2. Wenn du Zeitreisen könntest, wohin würde es dich verschlagen?
Erst dachte ich, ich würde diese Frage nicht beantworten können, weil mich so viele vergangene Epochen und Kulturen interessieren, aber ich denke, ich würde doch die Zukunft wählen. Erstmal so 100 Jahre weiter und mal sehen, was die Menschen da so treiben. Das würde mich wirklich interessieren.

3. Hast du eine Lieblingsserie?
Ich bin ein Mensch, der extrem schlecht seine Lieblinge festlegen kann, mir gefällt so vieles und jedes ist auf seine Art besonders. Sehr gerne mag ich Serien wie Sherlock, Firefly, Lost, Flash Forward, Game of Thrones, The Mentalist, Buffy und so weiter und so fort. Man merkt, mein Geschmack ist sehr breit gefächert. :-)

4. Würdest du gerne einen eigenen Roman schreiben?
Theoretisch schon, früher habe ich mich auch daran versucht, allerdings habe ich den Plan mittlerweile verworfen. Ich kenne so viele talentierte SchreiberInnen, dass ich eingesehen habe, dass ich auf dem Gebiet einfach kein Talent besitze.

5. Hast du einen Traumberuf oder übst du ihn schon aus?
Im Moment studiere ich noch. Ich denke, ich würde gerne in den Bereich Online- bzw. Social-Media-Marketing gehen, aber mal sehen, was sich so ergibt. In meinem Kopf gibt es immer viele verschiedene mögliche Lebenswege und ich kann mir so einiges als späteren Beruf vorstellen. Hauptsache, es ist abwechslungsreich und ich mache nicht jeden Tag stumpf dasselbe. Das ist für mich eigentlich das Wichtigste.

6. Glaubst du an das Schicksal?
Da stellt sich die Frage, wie man Schicksal definiert. Ich glaube nicht, dass mein Leben in irgendeiner Weise vorbestimmt ist. Ganz ehrlich möchte ich das auch gar nicht glauben, das würde dem Leben doch ein wenig den Reiz nehmen. Trotzdem gab es in meinem Leben schon einige Fügungen, bei denen ich mich im Nachhinein fragte, ob es nicht so kommen sollte. Schicksal? Ich weiß es nicht.

7. Hast du ein besonderes Talent?
Ich denke, das kann ich ganz klar mit einem Nein beantworten. Ich bin ein stinknormaler Durchschnittsmensch ohne irgendwelche besonderen Talente oder Begabungen. Aber damit komme ich recht gut klar.

8. Was macht für dich ein gutes Buch aus?
Das nenne ich mal eine schwere Frage. Am liebsten mag ich Bücher, die mich auch im Nachhinein noch beschäftigen, über die ich mir Gedanken mache, deren Charaktere mich einfach nicht loslassen wollen. Ich denke, das ist auf jeden Fall ein Kriterium für ein gutes Buch, ein Buch, das in Erinnerung bleibt.

9. Warum hast du einen Blog?
Bei Blogs war ich bisher nur stille Mitleserin und nun wollte ich einmal selbst einen gründen. Früher (in meinen Schülertagen) hatte ich schon mal einen Blog, der war aber sehr privat und ist mittlerweile versiegelt. Nun sehe ich in dem Bloggen eine Möglichkeit, mich mit anderen Leuten über das Interessensgebiet Bücher auszutauschen. Das ist schon spannend, zu sehen, was andere so lesen und darüber denken. :-)

10. Welche Buchverfilmung magst du am liebsten?
Oh ... Nun muss ich erstmal nachdenken, wie viele Buchverfilmungen ich kenne. Game of Thrones finde ich zum Beispiel super umgesetzt, da habe ich nur wenige Kritikpunkte. Ganz toll finde ich auch die Sherlock-Umsetzung, da sind ja teilweise ganze Dialoge übernommen worden und dazu noch die Transformation in die heutige Zeit - klasse. Aber nun bin ich bei Serien ...
Herr der Ringe ist natürlich auch episch, wobei es auch vieles gibt, was mich daran stört (Faramir!). Ganz toll umgesetzt fand ich auch Shutter Island. Ja, das ist wirklich eine gelungene Buchverfilmung, sehr nah am Original.

11. Welchen Buchcharakter würdest du am liebsten mal die Meinung sagen?
Da gibt es viele, besonders rumjammernde Hauptpersonen gehen mir schnell auf die Nerven. Immer wenn ich mich beim Lesen eines Buches über einen Charakter aufrege, würde ich mich am liebsten in die Handlung teleportieren und ihm mal sagen, dass er nicht so nerven soll. :-)


Da der Tag ja nun schon durch viele Blogs wanderte, spare ich mir nun mal das Rücktaggen (ganz rebellisch). Es sei denn, jemand möchte gerne 11 Fragen von mir gestellt bekommen, dann denke ich mir sehr gerne welche aus. :-)

Viele Grüße
Miyann

[Rezension] Die Verratenen



Ursula Poznanski
Die Verratenen
Loewe Verlag
18,95
ISBN 978-3-7855-7546-8
1. Auflage 2012
464 Seiten
Gebunden
Ab 14 Jahren
Verlagsseite






Sie ist beliebt, privilegiert und talentiert. Sie ist Teil eines Systems, das sie schützt und versorgt. Und sie hat eine glänzende Zukunft vor sich – Rias Leben könnte nicht besser sein.
Doch dann wendet sich das Blatt: Mit einem Mal sieht sich Ria einer ihr feindlich gesinnten Welt gegenüber und muss ums Überleben kämpfen. Es beginnt ein Versteckspiel und eine atemlose Flucht durch eine karge, verwaiste Landschaft.
Verzweifelt sucht Ria nach einer Erklärung, warum ihre Existenz plötzlich in Trümmern liegt. Doch sie kann niemandem mehr vertrauen, sie ist ganz auf sich allein gestellt. (Quelle)

Es ist jetzt dunkel. Die Schwärze um mich herum ist mir fremd, in den Sphären befindet sich immer irgendwo ein Licht, das den Augen Halt gibt, und sei es nur die Orientierungslampe, die über jeder Tür angebracht ist. Das Nichts um mich herum nimmt mir die Orientierung.
S. 164


Ich habe von Ursula Poznanski bisher »Saeculum« und »Erebos« gelesen, in dieser Reihenfolge. Beide Bücher haben mir viel Spaß gebracht, auch wenn ich immer Kritikpunkte hatte - besonders bei Erebos. Dennoch hat mir an den Büchern besonders gefallen, dass sie sich so sehr von den anderen Büchern der Sparte trendy-Jugendbuch abheben. Besonders der Verzicht auf die typische 0815-Liebesgeschiche war für mich ein großer Pluspunkt.
Dementsprechend große Erwartungen habe ich in »Die Verratenen« gesetzt. Auch wenn hier ein derzeit sehr angesagtes Genre bedient wird, habe ich gehofft, dass das Buch sich von den vielen anderen Büchern abheben würde.
Wurden meine Hoffnungen erfüllt? Teilweise ja, teilweise nein.

Das Setting ist recht bekannt: Es gibt die Privilegierten, die in einer nahezu perfekten Welt leben und diejenigen, die jeden Tag um ihr Überleben kämpfen müssen. Die Hauptperson Ria gehört zu den Privilegierten und wie es natürlich kommen muss, steht hier das naive Kennenlernen der rauen Wirklichkeit an. So weit, so normal.
Trotz dieser Standardelemente (oder gerade wegen ihnen?) wirkte alles sehr realistisch und greifbar auf mich. Es ist Ursula Poznanski auf jeden Fall gelungen, eine komplexe Welt zu erschaffen, auch wenn einem viele Teile daraus immer wieder bekannt vorkommen.
Die Idee ist also nicht wirklich neu, aber trotzdem sehr ausgereift.

Die Handlung geht recht zackig voran, aber dennoch hat man als Leser ausreichend Zeit in die Welt einzutauchen und sie kennen zu lernen. Weniges wirkt konstruiert und mir wanderten meistens die gleichen Fragen durch den Kopf wie Ria. Durch einige schöne Handlungselemente bleibt eine gewisse Grundspannung das ganze Buch über erhalten.
Einige kritisieren langweilige Szenen. Ich kann nachvollziehen, welche Szenen hier gemeint sind, muss allerdings sagen, dass mir nie langweilig war. Auch die ruhigeren Szenen fand ich sehr schön, denn in ihnen habe ich gemeinsam mit Ria eine neue Lebensweise kennengelernt.

Sehr gut gefallen hat mir die Studentenidee. Die Protagonisten befinden sich in einer Akademie der Sphärenbewohner, jeder von ihnen ist auf einen anderen Wissensbereich spezialisiert.
Die Charaktere sind meiner Meinung nach unterschiedlich gut gelungen. Einige von ihnen sind hervorragend konstruiert und wirken sehr lebendig (Tomma, Tycho, Fiore, Andris), andere dagegen blieben bis zum Ende sehr blass (Aureljo!, Dantorian).
Ria ist eine gute Hauptperson, besonders spannend fand ich ihren analytischen Blick in vielen Situationen, den sie sich in der Akademie angeeignet hat.

Der Schreibstil von Ursula Poznanski ist sehr solide, fließend, mitziehend, es gibt keine Stolperstellen. Ihr gelingt es, Szenen sprachlich sehr gut einzufangen (ich verweise nur auf eine actionhaltigere Szene recht weit am Ende) und einen so zu unterhaltsam durch das ganze Buch zu begleiten.

Leider tauchten einige typische Elemente auf, bei denen ich am liebsten die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen und gerufen hätte: »Nein, wieso hast du das getan?« Wären diese Elemente nicht gewesen, hätte mir das Buch sehr viel besser gefallen, aber so springt es doch sehr auf den Standard-Dystopie-Zug auf.
Trotz dieser Kritikpunkte hatte ich sehr viel Spaß beim Lesen.

Stark. Ich straffe meinen Rücken. Kopf hoch, ruhiger Blick, entspannte Züge. Ich habe es so oft trainiert und zu meiner eigenen Überraschung funktioniert es auch jetzt, und zwar in doppelter Hinsicht. Meine Körperhaltung beruhigt mich so weit, dass ich es schaffe, mich auf den riesigen Prim zu konzentrieren. Wenn ich imstande bin, sein Verhalten richtig zu lesen, kann ich ein Gespräch riskieren. Er fühlt sich nicht von uns bedroht, natürlich nicht, es muss es also nicht eilig haben, uns zu töten.
S. 202


Eine solide Dystopie, die nicht unbedingt etwas Neues liefert, aber trotzdem mit einem gut konstruierten Setting überzeugen kann. Ich freue mich auf den nächsten Teil der Reihe, denn es wurden auf jeden Fall nicht alle Fragen geklärt.

Idee: 3/5
Handlung: 4/5
Charaktere: 4/5
Schreibstil: 4/5
Lesespaß: 4/5

Gesamt: